Adelsheim

 


Steckbrief

In Adelsheim in der Jacobskirche sind mehrere Epitaphe mit ausführlichen Ahnenproben erhalten. Es sind die Urenkel von Anna Maria von Kronberg (KS 46d). Sie hat mit ihrem Gatten auf Schloß Hexenagger gewohnt, dass die von Muggenthals ab 1529 für fast 200 Jahre zum Lehen hatten.

Geschichtlicher Abriss

Adelsheim, nördlich von Heilbronn gelegen, wurde 779 erstmalig durch eine Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda als Adaloltesheim erwähnt. 1374 verlieh Kaiser Karl IV. dem Ort die Stadtrechte. Die Herren von Adelsheim ließen daraufhin den Ort ausbauen, d.h. Befestigungsanlagen, Türme, Markt usw.. Sie selbst stammten aus dem Haus der Grafen von Dürn, die seit Mitte des 13. Jhd. die Herrschaft in Adelsheim hatten.

Poppo von Duren (später auch von Düren/Dürn) als Sohn des gräflichen Hauses erwarb u.a. zu Beginn des 14. Jhd. die freieigene Herrschaft Adelsheim und errichtete die Burg Adelsheim, von der seine Nachkommen sich ihren Namen ableiteten. Es erscheint erstmals 1324 mit Hans von Adelsheim urkundlich. Die Brüder und Ritter Beringer und Poppo von Adelsheim (wahrscheinlich Hans` Söhne) übergaben 1347 u.a. ihr Eigentum an Burg und Stadt Adelsheim dem Bischof zu Würzburg und nahmen es gleichzeitig wieder von ihm als Mannlehen entgegen. im 15. Jhd. ging Adelsheim in kurmainzer Besitz über.

Martin von Adelsheim, kurmainzer Amtmann im Ort, stiftete 1489 die bisherige romanische Kapelle durch den Bau der Jakobskirche. Sie diente nicht nur zum Gottesdienst, sondern auch als Grablege derer von Adelsheim. Heute befinden sich mehr als 60 Epitaphe in der Jacobskirche. Ab 1556 wurde sie zur lutherischen Stadtkirche. 1776 wurde die neue Stadtkirche eingeweiht, womit die Jacobskirche nicht mehr Mittelpunkt der protestantischen Gemeinde war. Heute wird sie als Friedhofskirche genutzt und ist wie seither im Besitz der Freiherren von Adelsheim.

Bezug zu den Herren von Kronberg

1611 heiratete Anna Maria von Kronberg (KS 46b) ihren Gatten, Eberhard von Muggenthal. Einer der Kinder war ihre Tochter Benigna von Muggenthal (KS 46b-1), die wiederum 1640 Johann Christoph von Adelsheim heiratete. Ihr Mann hat ihr ein prächtiges Grabmal gestiftet. Zur Zeit des Todes von Benigna (KS 46b-1) war er Johann Christoph kurfürstlich pfälzischer Vogt (Fau) des Oberamtes Mosbach.

adelsheim_benigna_muggenthalDas Epitaph zeigt in der oberen Mitte das Allianzwappen Adelsheim – Muggenthal (A1/2). Darunter ist zu lesen:

ANNO • 1674 • DEN • 23 AVG
IST IN GOTT SEELIG VERSCHIDEN
DIE WOHLGEBORNE FRAV BENIGNA
VON ADELSHEIM EIN GEBORNE
FREŸIN VON MVGGENTAL EIN
TREVE EHEGEMAHL DES REICHS
FRŸ HOCH EDELGEBORNEN HERRN
JOHAN CHRISTOPHS VON VND ZV
ADELSHEIM VND WACHBACH •
DER ZEIT CHVRFṼRSTL PALTZ
FAVTEN DES OBERAMBTS MOS
BACH IHRES ALTERS 84 JAHR
2 MONAT 10 TAG VND IHRES EHE
STANTS 34 JAHR 5 MONAT 3 TAG
EIN MUTTER 8 SÖHN VND 7 DÖCHTER
DEREN SEELEN GOTT BEGNADE

Die Wappen des Epitaphs verweisen auf folgende Vorfahren:adelsheim-benigna-anordnung

Benigna von Muggenthal (A2) OO Johann Christoph von Adelsheim (A1)
Erhard von Muggenthal, Herr zu Laibach und Moßbach (* vor 1600)
.       Erhard von Muggenthal, Herr zu Härenäcker († 1596)
.           Erhard von Muggenthal zu Härenäcker (1535)
③         Catharina von Pinzenau
②     Sabine Aurin von Bulach
.           Wilhelm Auers von Bulach
④         Maria von Weix
Anna Maria von Kronberg (KS 46b, 1590-1626)
.       Johann (Hans Georg von Kronberg (KS 46, 1561-1608)
.           Hartmut XIII. von Kronberg (KS 39, 1517-1591)
⑦         Barbara von Sickingen (1522-1567)
⑥     Anna Margaretha Kämmerin von Worms, gen. von Dalberg (1568-1629)
.           Wolfgang Kämmerer von Worms, ge. von Dalberg (1536-1616)
⑧         Anna Mühlin von Ulmen (1533-1606)

adelsheim-johann-christophIn der Adelsheimer Jacobskirche finden sich aber auch noch drei Epitaphe von Söhnen aus der Ehe von Johann Christoph von Adelsheim und seiner Frau Benigna. da wäre zuerst der Grabstein für Johann Christoph von Adelsheim (KS 46b-1B). Unten auf der Spindelseite finden wir das Kronberg-Wappen. Die einzelnen Wappen verweisen auf folgende Vorfahren:

Der Text des Steines lautet:

Hier ruhet in Gott der Reichs Freẏ
Hochwohlgeborne Herr Herr
Johann CHRISTOPH von und zu
Adelsheim auf Wachbach Edelfingen
Neckarbinau und Laudenberg Ihro
Römischen Keẏserlichen MAJESTET
geweßenen Lieutenant von der Cavallerie
lebte in der Ehe, brachte Sein alter
ohngefeßt auff 77 Jahr entschlieff
Seelig den 25. Januarẏ 1729

Da alle drei Brüder die selben Vorfahren haben verweisen die Ahnenproben bei beiden Steinen auf:

Johann Christoph von Adelsheim (1618-1689)
.       Johann Christoph von Adelsheim zu Wachbach
②     Anna Amalie von Rothenhan
③ Benigna von Muggenthal (KS 46b-1, 1620-1674)
.       Erhard von Muggenthal, Herr zu Laibach und Moßbach (* vor 1600)
④     Anna Maria von Kronberg (KS 46b, 1590-1626)

adelsheim_johann-philippDer dritte Grabstein ist für Johann Philipp von und zu Adelsheim. Auf seinem Stein finden wir folgenden Spruch:

Den 28. T Marty
Anno 1694 Ist in Gott Seelig
entschlafen Der Reichs Freẏ Hoch
wohlgeborne Herr Herr Johann
Philipp von und zu Adolßheim uff Ott[…]ingen
Ihro Churfurstl […] zu Pfalz Hoch[…] enlicher geheimer Rath Fauth und Oberamt
mann zu Mosbache Auch der  O[…] vohr befreijter ReichsRitterSchaft
in Franken Obrist Odenwald […] erbettener Rath seines Alters
50. Jahr 7. Monath
25. Tag

Sein Wappen selbst ist oben mittig eingeordnet und die seiner beiden Frauen flankieren das seine. Das optisch linke steht für seine erste Frau Christina Susanna von Plato und das rechte für seine zweite Frau Maria Louise von Adelsheim.

Vom Epitaph von Johann Dieterich (auch Theodor) (1652-1686) ist leider kein Photo vorhanden. Laut Wolfgang Ronner hat es aber ebenfalls eine vollständige Ahnenprobe.


Quellen:

  • Die Herren von Kronberg und ihre Reichslehen 1189 – 1704 (Regestensammlung), Wolfgang Ronner, ISBN 3-7829-0507-5
  • Die von Kronberg und ihre Frauen, Wolfgang Ronner, 1992, ISBN 3-7686-6035-5
  • Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Ludwig Freiherr von Ompteda, Frankfurt a.M., 1899
  • Nassauische Analen, Band 98, Die von Kronberg, Hellmuth Gensicke, Wiesbaden, 1887
  • Geschlechtsregister derer von Kronberg, Georg Hellwich, Mainz 1625
  • Zur Instandsetzung der Jacobskirche in Adelsheim, Heiner Heimberger, Adelsheim, (PDF-Dokument)

Weblinks:

  • http://www.adelsheim.de/
  • http://www.adelsheim.de/freizeit-tourismus/sehenswuerdigkeiten/jakobskirche.html
  • http://denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de/die-jakobskirche-in-adelsheim-neckar-odenwald-kreis-ist-denkmal-des-monats-juni-2012/
  • https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/2DQMRKFTXWLRFUVWVBLDFHS4O6EAYGVY
  • http://www.badischewanderungen.de/Adelsheim.htm
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsheim
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobskirche_(Adelsheim)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsheim_(Adelsgeschlecht)

Bildquellen:

  •  eigene Aufnahmen

Hier noch einige Ansichten von St. Jakob in Adelsheim: