Steckbrief

Die Altenbaumburg war ein Lehen der Kronberger von 1501 bis 1704. Offensichtlich waren schon Ende des 15. Jahrhunderts Teile der Altenbaumburg unbewohnt und im Verfall begriffen. 1482 durfte Schweikard VIII. von Sickingen mit pfalzgräflicher Erlaubnis von dort Steine als Baumaterial für seinen Neubau der Ebernburg abtransportieren.

Während der Reformation war Hartmut XII. von Kronberg von der Altenbaumburg sehr aktiv für die Reformation tätig und hielt von hier aus auch engen brieflichen Kontakt mit Martin Luther. In unmittelbarer Nähe weileten seine zwei engsten protestantischen Freunde, Ullrich von Hutten und Franz von Sickingen.

Heute ist die Altenbaumburg eine Ruine, aber der ehemalige Palas wurde in der Zeit zwischen 1980 und ’83 wieder hergerichtet und an seiner Seite ein achteckiger Treppenturm erbaut, den es bis dahin nicht gab. Der Palas dient heute als Restaurant und Herberge.

Luftbild der Ruine Altenbaumburg

Luftbild der Ruine Altenbaumburg

 

Geschichtlicher Abriss

Über den genauen Zeitpunkt ihrer Errichtung liegen keine Informationen vor.Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1253, in der erstmals eine „Neue Burg“ bei dem heute verschwundenen Dorf Sarlesheim erwähnt wird. Bei dieser Anlage handelte es sich um die Neuenbaumburg, heute Neubamberg genannt, womit klar ist, dass es spätestens damals auch eine Altenbaumburg gegeben haben muss.

Ab 1317 sind verschiedene Besitzer belegt, was auf finanzielle Schwierigkeiten derjenigen schließen läßt.1366 wurden einzelne Gebäude, insbesondere der mittleren Burg vom Raugrafen an den Pfalzgrafen bei Rhein verpfändet. Bis 1457 gelang es diesem, 3/4 der Altenbaumburg in seinen Besitz zu kommen. Das verbleibende Viertel gelangte in den Besitz des Hauses Pfalz-Simmen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gaben die Pfalzgrafen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gaben die Pfalzgrafen die Burg als kurpfälzisches und pfalz-simmerisches Erblehen an verschiedene Adelsfamilien, die zeitweise eigene Amtleute einsetzten, unter denen das Geschlecht der Grafen von Kronberg wohl das bedeutenste war.

Offensichtlich waren schon Ende des 15. Jahrhunderts Teile der Altenbaumburg unbewohnt und im Verfall begriffen. 1482 durfte Schweikard VIII. von Sickingen mit pfalzgräflicher Erlaubnis von dort Steine als Baumaterial für seinen Neubau der Ebernburg abtransportieren. In den restlichen Burggebäuden lagen während des Dreißigjährigen Krieges 1621 und 1631 spanische und schwedische Besatzungstruppen. 1666 wurde die Burg vom pfälzischenKurfürsten Karl I. Ludwig in seinem Feldzug gegen Lothringen erobert. Ein vollständiger Wiederaufbau oder auch nur der Unterhalt der noch bestehenden Gebäude scheint nicht mehr erfolgt zu sein, denn 1681 betitelte eine Schriftquelle die Burg nur noch als Ruine. Endgültig verwüstet wurden die seinerzeit dennoch gewiss recht ansehnlichen Gebäude 1689 durch französische Truppen. In den Jahren von 1980 bis 1986 erfolgte eine durchgreifende Sanierung. (Wikipedia)

Das sich auf einer Länge von 200 m und einer Breite von 40 m erstreckende Burggelände ist in eine Ober-, Mittel- und Unterburg unterteilt, die jeweils aus verschiedenen Bauperioden stammen.

Bezug zu den Herren von Kronberg

Philipp der Jüngere von Kronberg erhielt die Altenbaumburg und die Sauerburg von der Pfalz zum Lehen.

Pfalzgraf Philipp belehnte im Jahre 1501 seinen Marschall Philipp von Kronberg (FS 74) mit der Altenbaumburg und dem Dorf an der Alsenz als kürpfälzisches und pfalz-simmerisches Erblehen (Regesten 2019). Dieses Lehen hielten die Herren von Kronberg von 1501 bis 1704, als das Geschlecht derer von Kronberg mit Nicolaus von Kronberg endgültig ausstarb. Im 16. Jahrhundert wurde die Feste auch Kronenburg genannt.

1510 starb Philipp von Kronberg (FS 74) und am 23. Mai 1511 siegelt dessen Schwiegersohn Hartmut XII (KS 37), daß er als Träger für seine Frau Anna (KS 74a) die Altenbaumburg von Ludwig von der Pfalz als Lehen erhalten hat.

Bei der Hochzeit von Philipp von Kronberg (KS 38) und Klara von Landsberg Vinstingen 1538 wurde die Altenbaumburg Klara als Witwensitz zuerkannt (Regesten 816).

Bei der Erbteilung zwischen den Brüdern Philipp (KS 38), Hartmut (KS 39) und Walter (KS 40) im Jahre 1550 bekommt Walter (KS 40) die Altenbaumburg von Pfalzgraf Friedrich zugeschlagen (Regesten 2162).

1553 beschließen Walter (KS 40) und die Vormünder der Töchter des inzwischen verstorbenen Philipp (KS 38), daß diese u.a. die Altenbaumburg nicht erben und anstatt dessen eine Jahresrente erhalten sollen (Regesten 834, Ziff. 10).

Bei der Erbteilung 1581 zwischen Hartmut dem Jüngsten (KS 47) und seinem Bruder Walter (KS 48) wird die Altenbaumburg Hartmut dem Jüngsten (KS 47) zugeschlagen (Regesten 853).

Nach dem Tod von Hartmut dem Jüngsten (KS 47) bekommt 1611 sein Sohn Johann Schweickard (KS 51) die Altenbaumburg.

Pfalzgraf Friedrich belehnt im Februar 1609 Johann Daniel (KS 50) für ihn und seine Brüder Johann Walter (KS 47c), Johann Schweickard (KS 51), Johann Philipp (KS 47i) und Hartmut (KS 52) und seinen Vetter Hermann (KS 53) mit der Altenbaumburg und allen dazugehörigen Gütern und Gerechtsamen (Regesten 2305).

Eine besondere Rolle spielte sie während der Reformation in Verbindung mit Hartmut von Kronberg, indem er sich mit  Franz von Sickingen (wohnte auf der benachbarten Ebernburg) und dessen Freund Ullrich von Hutten (wohnte zeitweise im Hof Iben, der den Kronbergern ebenfalls gehörte) verbrüderte und für die Lehren Martin Luthers warb.

1631 erbitten die evangelischen Kronberger Johann Schweickard (KS 51), Hartmut (KS 52) und für ihre Söhne Hartmut (KS 50a) und Johann Daniel (KS 50c) sowie deren verwitwte Mutter, Maria Elisabeth von Kronberg, geb. von Partenheim, beim schwedischen König Gustav Adolf um königliche Protektion der Altenbaumburg, dem benachbarten Hof Iben sowie dem Kronberger Hof in Kreuznach Regesten 3565).

1692 bestätigt Pfalzgraf Johann Wilhelm das Lehen über die Altenbaumburg mit Burg und Tal gegenüber Nikolaus (KS 55).

Als die Kronberger, immer noch Lehnsleute auf der Burg, im Jahr 1704 ausstarben, fiel die Burg zunächst an General Hugo Waldecker von Kempf, dann 1757 an die Herren von Simmern, 1779 an die Pfalzgrafen von Zweibrücken bzw. an dessen Schwiegersohn aus dem Fürstenhaus von Isenburg.

Auf der Burg sind heute keine Hinweise auf die von Kronbergs mehr zu finden, aber im benachbarten Wald auf dem Weg von der Burg zum Schäferplacken stehen bis heute die Grenzsteine mit dem Wappen des Kronenstamms und darunter die Jahreszahl 1631.


Quellen:

  • Die Herren von Kronberg und ihre Reichslehen 1189 – 1704 (Regestensammlung), Wolfgang Ronner, ISBN 3-7829-0507-5
  • Die von Kronberg und ihre Frauen, Wolfgang Ronner,
  • Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Ludwig Freiherr von Ompteda, Frankfurt a.M., 1899
  • Nassauische Analen, Band 98, Die von Kronberg, Hellmuth Gensicke, Wiesbaden, 1887
  • Führungsheft 25, Edition Burgen, Schlösser, Altertümer – Rheinland-Pfalz, Burgruine Altenbaumburg, ISBN 5-7954-1712-0

Weblinks:

  • http://www.burgen-rlp.de/index.php?id=40779
  • http://www.taunus-nachrichten.de/kronberg/aktuelles/kronberg/herren-kronberg-pfalz-macht-liebe-wein-id17795.html
  • http://www.burgenlexikon.eu/15.html?&tx_ttnews[pointer]=4&tx_ttnews[tt_news]=41&tx_ttnews[backPid]=19&cHash=b60c972a82
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Altenbaumburg
  • http://www.altenbaumburg.de/

Hier noch einige Ansichten der Altenbaumburg