Steckbrief

TorhausNachdem die Herren von Eschborn Anfang des 13. Jhd. den Spornberg unweit ihrer Burg in Eschborn in Besitz genommen haben oder sie ihnen vom Kaiser zugesprochen wurde, wurde dieser Platz mit Cronberg (in den verschiedensten Schreibweisen) genannt. Heute wird die Entstehung des Namens insoweit gedeutet, als dass der Berg von der Krone (dem Kaiser) als Lehen gegeben wurde. Tatsächlich waren die Ritter von Kronberg auch mehrere hundert Jahre direkte Lehensträger (reichsunmittelbare Ritter). Die Übertragung läßt sich nicht urkundlich belegen, das Lehensverhältnis dagegen schon mehrfach.

Als namensgebender Ausgangspunkt der Geschichte dieser Familie, der er mit kurzen Unterbrechungen bis zum Aussterben derer von Kronberg bis 1704 geblieben ist, sind hier immernoch die meisten Spuren und Zeugnisse derer von Kronberg zu finden. Neben der Burg Kronberg mit seiner Kapelle sind da vor allem die Johanniskirche, der Hellhof und einiges mehr zu nennen.

Nach dem Aussterben derer von Kronberg ging der Besitz 1704 an den Mainzer Kurfürsten, dessen Amtmann dort bis 1710 seinen Amtssitz hatte. Heute ist sie im Besitz der Stiftung „Burg Kronberg im Taunus“.

Geschichtlicher Abriss

Tafel BurgeingangZwischen 1220 und 1230 wurde auf dem Spornberg (Altkönig) oberhalb der heutigen Stadt Kronberg auf staufischem Krongut ein Bergfried von den Herren von Eschborn errichtet, wohl der Grundstein der heutigen Burg. Alsdann wurde die Burg schrittweise ausgebaut und ein kleines Dorf entstand am Fuße der Burg. Mitte des 13. Jhd. spalteten sich die Kronberger in die Linie des Kronenstamms und die des Flügelstamms, aus dem später auch der Ohrenstamm hervorging. Grundsätzlich fühlten sich die Kronberger dem Kaiser als reichsunmittelbare Ritter sowie dem Mainzer Erzbischof als Untertan. Natürlich war es eine Geschichte, die von endlos vielen Kämpfen und Kriegen gekennzeichnet war.

Bezug zu den Herren von Kronberg

24 – In der Kronberger Burgkapelle steht ein Epitaph für Hartmut IV. S. 24
– Über dem gotischen Bogen der Kronberger Kapelle stehen die Wappen seiner beiden Frauen, rechts das der Wileburg von Isenburg und links das von Elisabeth. Er hat beide Frauen überlebt Q. 20
26 – Auch Hartmut VII hat einen Epitaph (Abb. 4, S.26) in der Kronberger Kapelle. Unter seinem Schild ist ist das Wappen der ersten Frau, Adelheid Gräfin von Nassau

48 – Das Grabmal (Abb. 26, S. 49) von Johann, Hartmuts XI Sohn, und seiner Frau Klara von Helmstadt (OO 1438, + 1525) steht in der Kronberger Burgkapelle Q. 43,

55 – Das Grabmal Hartmut XII. ist in der Burgkapelle Kronberg  Q. 47, Abb.33,

161 – Ulrich der Rote (Rufus) (63) hatte ein bemerkenswertes Zeugnis hinterlassen. Bei der Renouvierung der Kronberger Kapelle unter Kaiserin Friedrich kam ein Fresko zutage, das Ulrich und seine Frau Gertrud von Bellersheim als kniendes Stifterpaar vor einem Kruzifix zeigt (Q.107). Die Wappen ermöglichten eine eindeutige Zuordnung. Das Bild des Gekreuzigten folgt sehr genau dem „Volto Santo“ (Heiliges Antlitz) im Dom zu Lucca, jedoch zeigt das Fresco eigentlich die Legende der Heiligen Kümmernis. Jedoch wurde dieses Fresco 1943 durch einen Bombenangriff zerstört.

161 – Vor dem zweiten Romzug 1368/69 hat Kaiser Karl für Ulrich (63), den er „seinen lieben getruwen und heimlichen Rat“ nannte, ein Stadtprivileg ausgestellt, dass er für alle Ganerben für gültig erklärt hat und einen Burgfrieden (31.3.1367) der Herren von Kronberg bestätigt.
163 – Philipp (63d) hat sein Grabdenkmal (Abb. 158, S. 163) auch in der Burgkapelle zu Kronberg. Lange Zeit wurde dieses Grab Frank OS zugeschrieben, später Philipps (63d)  Bruder Frank, da er als Einziger die Linie fortgesetzt hat (Q. 109). Erst Gensicke hat bemerkt, daß auf dem Stein ein Teil des Namens als „Phil..“ zu lesen ist sowie sein Todesjahr. Philipp war Amtmann in Hanau und Königstein sowie ledig. Die Flügel auf dem Turnierhelm, den er in der Linken trägt, haben die für jene Zeit charakteristische Sichelform.

205 – in der Kronberger Burgkapelle ist das Grabmal von Frank (53) erhalten geblieben (Abb. 211, S. 208). S. 205


Quellen:

  • Die Herren von Kronberg und ihre Reichslehen 1189 – 1704 (Regestensammlung), Wolfgang Ronner, ISBN 3-7829-0507-5
  • Die von Kronberg und ihre Frauen, Wolfgang Ronner,
  • Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Ludwig Freiherr von Ompteda, Frankfurt a.M., 1899
  • Nassauische Analen, Band 98, Die von Kronberg, Hellmuth Gensicke, Wiesbaden, 1887

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