Steckbrief

Das Hospital in Kronberg wurde zu gleichen Teilen vom Kronen- sowie dem Flügelstamm erbaut und betrieben. Dies bezeugt auch die Wappendarstellung auf der Ecke an der Talstraße. Heute ist das Spital die älteste kirchliche Stiftung in Hessen, die kostengünstigen Wohnraum an Bedürftige in einem renouvierten Umfeld des historischen Fachwerkbaues bietet.

Geschichtlicher Abriss

Die erste Erwähnung des Spitals ist im Zinsbuch von Frank dem Reichen 1436 zu finden. 1586 wurde es nochmals in Zusammenhang mit einer Armenspeisung dJahreszahl Portalurch Hartmut XIII. genannt. Er vererbte dem Kronberger Spital 1.000 Gulden, von denen seine Söhne das Spital neu errichteten. Die eingemeißelte Jahreszahl 1609 über dem unteren Eingangsportal zeugt davon bis in heutige Tage. Sein Zweck war nicht die eines Hospitals, sondern als Spital diente es den Armen und Bedürftigen als Ort zur Speisung oder auch Übernachtung. So lebten früher beispielsweise arme Witwen mit ihren Kindern sehr gedrängt an diesem Ort, die am Samstag als Gegenleistung dafür die Straßen und Wege um das Spital zu kehren hatten.

Bis ende der 50er Jahre des 20. Jhd. mussten die Bewohner das Wasser aus dem Brunnen im Hof holen. Heute ist das Spital nach modernen Maßstäben ausgerüstet und bietet Platz für 4 Sozialwohnungen.

 

Bezug zu den Herren von Kronberg

214 – das Kronberger Hospital wurde ebenfalls von beiden Stämmen getragen. In der Talstraße in Kronberg war ein Neubau für ein wesentlich älteren (1609, Anbau 1611). Am Eckständer an der Straße sind zwei prächtige Wappen (Abb. F30) mit stolzen Helmzierden. Dabei sind die Schilde mit den Blättern der Eßkastanie unterlegt, die noch heute in Kronberg in größeren Mengen wachsen (Q. 153).

Eckwappen Flügelstammwappen Kronenstammwappen


Quellen:

  • Die Herren von Kronberg und ihre Reichslehen 1189 – 1704 (Regestensammlung), Wolfgang Ronner, ISBN 3-7829-0507-5
  • Die von Kronberg und ihre Frauen, Wolfgang Ronner,
  • Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Ludwig Freiherr von Ompteda, Frankfurt a.M., 1899
  • Nassauische Analen, Band 98, Die von Kronberg, Hellmuth Gensicke, Wiesbaden, 1887

Weblinks:

  • http://dekanat-kronberg.ekhn.de/gemeinden/kronberg-im-taunus/st-johann-kronberg.html

Bildquellen:

Hier noch einige Ansichten vom Kronberger Hospital: