Steckbrief

Rödelheim, ehemals vor den Stadttoren Frankfurts gelegen und heute Stadtteil von Frankfurt am Main liegt nicht nur an der Nidda, sondern auch an der alten Handelsstraße von Frankfurt nach Köln. Direkt neben der alten Niddafurt bzw. der späteren Brücke war die Burg Rödelheim und nach dem Tod von Frank XII. (OS 61) ließ seine Witwe die neben der Burg liegende Cyriakskapelle erweitern und aufarbeiten.

Die Burg und das nachfolgend gebaute Schloss gibt es heute nicht mehr, aber der Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim hat in einer bemerkenswerten Aktion zumindest die Umrisse und das Gedenken an das Schloß heute wieder erlebbar gemacht.

 

Geschichtlicher Abriss

Schon 788 wird in einer Urkunde des Klosters Lorsch/Rhein eine Kirche in „Radilenheim“ erwähnt. Im Jahre 1356 wird eine „Kapelle außerhalb der Rödelheimer Burg“ erbaut und dem Heiligen Cyriakus geweiht. In der Zeit zwischen 1463 und 1467 ließ die Katharina, die Witwe von Frank XII. von Kronberg (OS 61) die Kapelle um- und ausbauen.

Auf der in der Cyriakuskirche befindlichen Grabplatte von Katharina von Kronberg (geb. von Isenburg) ist ein Hinweis auf ihre Stiftung (fundatrix) durch sie zu finden. Ihr verstorbener Mann ist in der Stadtkirche zu Lich beigesetzt.

Die Cyriakuskirche wurde 1895 erneut um einen wurde die Cyriakuskirche erneut erweitert und erhielt einen Kirchturm. 1944 wurde die Kirche durch Fliegerbomben stark zerstört und Anfang der 50er Jahre wieder aufgebaut. Bis heute ist die alte Cyriakuskapelle erhalten, die sich seitlich am gotischen Chorraum befindet.


 

Die ehemals benachbarte Wasserburg wurde um 1150 errichtet. 1250 wird die Burg Ganerbenbesitz. Diese geben 25 Jahre später ihre Anteile an den Kaiser und nehmen sie wiederum als Lehen von ihm an. Dadurch wird die Burg zu einer Reichsburg. Ende des 14. Jhd. wird unter den 11 Ganerben ein Burgfrieden errichtet – einer von ihnen war Walter VIII. von Kronberg (OS 60) mit seiner Ehefrau. in den nachfolgenden Jahrzehnten wechselten die Eigentumsanteile mehrfach bis Frank XII. von Kronberg (OS 61) gegen 1446 fast alle Anteile auf sich vereinigt hatte und eigenmächtig gegen den bestehenden Ganerbenvertrag anfängt, die Burg für sich allein umfangreich in ein wehrhaftes Schloß umzubauen. Dagegen empört sich die Stadt Frankfurt und reicht beim König erfolgreich eine Klage ein. Dieser verurteilt Frank XII. von Kronberg (OS 61) unter Androhung des Verlustes all seiner Rechte und Reichslehen dazu, die umgebauten Schlossteile wieder abzureißen. Nach zähen Verhandlungen stand 1448 der Kompromiss zwischen ihm und der Stadt Frankfurt, daß er der Stadt einen Anteil von 10% seines neu erbauten Schlosses und somit ein Öffnungsrecht für für 1.000 fl. verkaufen musste.

1461 verstirbt Frank XII. von Kronberg (OS 61) ohne einen männlichen Nachfolger zu haben. Dadurch fällt die Burg an seinen Neffen Kuno Graf zu Solms. 1550 kauft Friedrich Magnus Graf zu Solms dem letzten verbliebenen Ganerben seinen Teil noch ab. Zu dieser Zeit muß die Burg schon am Verfallen gewesen sein. 1569 verzichtet die Stadt Frankfurt zugunsten des Solmser Anteils an Niederrad auf ihren Anteil an Dorf und Burg Rödelheim.

Zu Anfang des 17. Jhd. bezieht Friedrich I. Graf zu Solms-Rödelheim die Burg und die Familie hielt sie, bis sie 1722 ohne männliche Nachkommen ausstarb. Erbe von Dorf und Burg war Ludwig Heinrich Graf zu Solms-Assenheim der sich seit dem zu Solms Assenheim und Rödelheim nannte. Bis zum Ende des 19. Jhd. wurde die Burg durch verschiedene Angriffe, Plünderungen u.ä. immer weiter zerstört.

1802 läßt Vollrath Graf zu Solms-Assenheim und Rödelheim die baufällige Burg abreißen und errichtet statt dess am selben Platz ein klassizistisches Schloß. Dieses Schloß war von seiner Grundfläche wesentlich geringer als die bis dahin existierende Burg, aber sie wurde nicht ständig vom Grafen genutzt, sondern weitgehend vermietet. 1806 fällt Rödelheim an das Großherzogtum Hessen und 1866 wird es preußisch.

1935 erwirbt die Stadt Frankfurt (Rödelheim wurde 1910 eingemeindet) wieder das Schloß und den Park und 1944 wird es durch Luftangriffe mehrfach getroffen und brennt völlig aus. Mitte der 50er Jahre läßt die Stadt Frankfurt die Ruinenteile bis unter die Erde abreißen. 2003 nimmt sich der Heimat- und Geschichtsverein Rödelheim e.V. die Idee vor, die Grundmauern durch eine sichtbare Pflasterung wieder sichtbar zu machen, was 5 Jahre später erfolgreich abgeschlossen wird.

Bezug zu den Herren von Kronberg

 

 


Quellen:

  • Die Herren von Kronberg und ihre Reichslehen 1189 – 1704 (Regestensammlung), Wolfgang Ronner, ISBN 3-7829-0507-5
  • Die von Kronberg und ihre Frauen, Wolfgang Ronner,
  • Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Ludwig Freiherr von Ompteda, Frankfurt a.M., 1899
  • Nassauische Analen, Band 98, Die von Kronberg, Hellmuth Gensicke, Wiesbaden, 1887
  • Informationstafel zum Schloß Rödelheim des Heimat- und Geschichtsvereins Rödelheim e.V.

Weblinks:

http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/gsrec/current/1/sn/ol?q=katharina+von+Isenburg
http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/412000820)
http://www.cyriakusnews.de/index.php/wer-wir-sind
https://de.wikipedia.org/wiki/St._Cyriakus_%28Frankfurt_am_Main%29

Bildquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Cyriakus_%28Frankfurt_am_Main%29#/media/File:R%C3%B6delheim,_St._Cyriakus-Kirche.JPG (rechtefrei) bzw.
eigene Aufnahmen

Hier noch einige Ansichten von der Cyriakuskirche bzw. der Burg Rödelheim: